Künstler in der Schule …ein Blick zurück nach vorn von Matthias Kleiner

Seit fünf Jahren gibt es das Projekt KidS (Künstler in der Schule)! Was anfangs ein Versuch war, ist inzwischen fester Bestandteil unseres Jahresprogramms geworden. Jedes Jahr kommt ein „richtiger“ Künstler in die Schule und lässt die Schülerinnen und Schüler einer Klasse im fünften Jahrgang zu künstlerischen Höhenflügen ansetzen. Wie kommt es, dass dies Jahr für Jahr gelingt?

Das ist zunächst der Kunstpädagogin Angela Gelhaar geschuldet, die ein sehr geschicktes Händchen bei der Auswahl der Künstler hat. Sie versteht es, Künstler in die Schule zu holen, die eine grenzenlose Geduld und Lust haben, Schülerinnen und Schüler aus der künstlerischen Reserve zu locken.

Die Schülerinnen  und Schüler sind im fünften Jahrgang sehr schnell zu begeistern, wenn sie zu Kreativität und zum Verlassen der bisher bekannten künstlerischen Bahnen im engen Rahmen des Kunstunterrichtes eingeladen werden. Da ist zuerst bei vielen Irritation. Eher skeptisch beobachten sie verrückte Ideen von Künstlern. Doch schon bald weichen leuchtende Augen dem skeptischen Blick. Eine Idee ergibt die andere und schon entstehen Kunstwerke, die man 11-jährigen Schülerinnen und Schülern so ohne weiteres nicht zutrauen würde.

Keine Grenzen der Begeisterung gibt es spätestens dann, wenn die Ergebnisse der eigenen künstlerischen Arbeit an einem Thema im Rahmen der Präsentation der Schulöffentlichkeit vorgestellt werden. Wer einmal von einem Schüler oder einer Schülerin durch die Ausstellung geführt worden ist, wer einmal erlebt hat, mit welcher Begeisterung und Sachkenntnis die eigene und die Arbeit anderer präsentiert wird, mit welchem Selbstbewusstsein und Stolz die eigenen Kunstwerke gezeigt werden, der wird derartige Projekte nie mehr in Frage stellen! Und der weiß: Ein zweiter wesentlicher Faktor für das gelingen dieses Projektes ist die Begeisterungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler

Von jeder Ausstellung bleibt ein Fragment in der Schule zurück. So können die Schülerinnen und Schüler auch nach Jahren noch erinnern, woher sie (künstlerisch ) kommen und die Schulgemeinschaft hat eine kollektive Erinnerung an KidS. Mit jedem Projekt wächst der Vorrat an künstlerischen Erinnerungen in der Schule. Man kann in der Pausenhalle sehen, wie die Schule sich entwickelt. Das ist besonders für die, die schon lange dabei sind, ein wichtiges Moment: Die sichtbare kollektive Erinnerung.

So wird für alle erkennbar, dass Kunst etwas mit unserer Wirklichkeit zu tun hat. Es ist nicht nur hübsches Beiwerk, das man zur Not auch weglassen kann. Kunst bestimmt unsere tägliche Wahrnehmung – zumindestens in der Pausenhalle der Christophorusschle. Insofern ist KidS auch ein politisches Projekt: Hier wird deutlich, dass Kunst in der Schule nicht ein verzichtbares Nebenfach ist. Künstler in der Schule sind insofern Anwälte für die Wahrnehmung von Kunst als realer und wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.